Begriffserklärung
An dieser Stelle erkläre ich die Bedeutung bestimmter Begriffe, welche ich benutze. Wir befinden uns in der Zeit eines großen Bewusstseinswandels, da dürfen viele alte Begriffe neu definiert werden und neue bisher unbekannte entstehen.
Die von unseren körperlichen Sinnen wahrnehmbare Welt ist die 3-dimensionale Welt. Lange haben wir angenommen, dass das Sichtbare Körperliche unsere gesamte Existenz ist, die wir sind. Im besten Falle wurde unterschieden in die „materielle“ und „geistige Welt“ und diese als zwei von einander getrennte Sphären betrachtet. Diese Sichtweise entspricht dem getrennten Bewusstsein = Ego-Bewusstsein = Opferbewusstsein = der 3-dimensionalen Prägung innerhalb der 3D-Welt. Und dem Ego-bewusstsein wiederum entspricht das kleine "ich", mit welchem wir uns hier identifizieren.
Im 21. Jahrhundert können wir moderne wissenschaftliche Entdeckungen oder auch die Botschaften aus den apokryphen Evangelien aus Nag Hammadi nicht mehr ignorieren. Wir müssen die überholte 3D-Prägung überschreiten. Der Mensch ist eine sich ins Stoffliche verdichtete individuelle multidimensionale Bewusstseinseinheit. Somit bestehen wir sowohl aus dem Physischen wie aus dem Metaphysischen, wobei diese beiden Teile eine vollständige Gesamtheit darstellen. Für unsere körperlichen Sinne ist nur der reine physische Ausdruck unserer Ganzheit wahrnehmbar. Mit Vervollständigung ist gemeint, uns unseres in unseren höheren Dimensionen existenten feinstofflichen Teils bewusst zu werden. Dieses Bewusstwerden erleben wir als einen sich immer vertiefenderen Prozess, weil unsere höheren Dimensionen in unserer Tiefe anzufinden sind. Diese Erkenntnis wandelt radikal unser Selbstbild und dadurch natürlich auch unser Weltbild.
Für mich persönlich fühlt sich die Entstehung meines neuen Selbsbildes zum Teil wie eine Erinnerung an und sie geht Hand in Hand mit einem neuartigen machtvollen Denken einher. Mein Selbstbild, mein Denken und mein Fühlen bedingen sich gegenseitig, lassen eine neue Mentalität entstehen und mit ihr gebiert sich ein neuer Mensch = eine neue Spezies – der GottMensch, über welchen bereits Rudorf Steiner berichtet hat. „Der göttliche Urgrund und das menschliche Bewusstsein durchdringen sich und als Ergebnis dieses kosmischen und menschlichen Entwicklungsweges entsteht der GottMensch.“ – Rudolf Steiner.
Blitze zwischen Wolken und Erdboden
Um den Prozess der GottMensch-Werdung in Gang zu setzen, bedarf es von uns selbst eine bewusste Entscheidung und eine achtsame Beobachtung der Gedankengänge. Denn unser psychischer Apparat ist ein über Jahrtausende trainierter Muskel, der tendenziell „sehr gerne“ immer wieder dem Opferdenken verfällt. Das Opferdenken bringt uns kurzfristig eine Erleichterung. Es ermöglicht uns zu jammern, uns zu beschweren, in einem Objekt außerhalb von uns den Verursacher (den Täter) für unsere Lebensumstände zu sehen. Dabei spielt keine Rolle, ob der Beschuldigte ein anderer Mensch, eine Situation, das Leben, der Gott oder gar wir selbst sind. Das Spiel der Schuldzuweisung ist eröffnet und es handelt sich um eine unendliche Geschichte.
Doch damit entlassen wir uns nicht nur aus unserer Selbstverantwortung, sondern geben freiwillig die Macht über unsere Emotionen an jemand anderen ab. Wir entmachten uns selbst und nähren damit ein Bewusstsein, welches in Über-Macht und Ohn(e)-Macht gespalten ist.
Hat das Bewusstsein lange genug das Spiel der Machtspaltung gespielt, in welchem es mal die Eine und mal die andere Rolle übernahm – zwei Seiten von ein und der selben Medaille, ist es gesättigt und an diesen Erfahrungen gereift. Die Reise kann fortgesetzt werden, raus aus dem Opferbewusstsein in das ganzheitliche Schöpfungsbewusstsein. In diesem ganzheitlichen Bewusstsein geht es nicht mehr darum, Macht zu haben und schon gar nicht über jemand anderen im Außen (wie im Ego-Bewusstsein), sondern zu erkennen, dass ICH eine Macht BIN und damit den individuellen Lebensraum bewusst zu gestalten und steuern => Selbstermächtigung.
Mit ICH ist das "höhere" die ganzheitliche Existenz realisierende und beinhaltende ICH gemeint; eine individuelle Bewusstseinseinheit, welche erkannt hat, im Geist-seelischen verwurzelt zu sein. Auch die Initialen von Jesus dem Christus kann man als "ICH" schreiben. Gemeint ist damit das Christusbewusstsein, was JEDEM Menschen innewohnt.
